Sonys neues Tablet S: Ein schönes Gerät mit Softwareproblemen

Sony war etwas langsam, um in das Tablet-Spiel einzusteigen, aber sein erster Einstieg in den Bereich – das ungewöhnlich geformte Tablet S mit Android-Betriebssystem – hat viel Neugier geweckt.

Die Begeisterung liegt nicht nur im Design. Das Unternehmen ist eines der wenigen mit einem Footprint und einem Ökosystem, das groß genug ist, um es mit dem Apple iPad aufzunehmen.

Aus Hardware-Sicht ist klar, dass das Unternehmen eine Aussage darüber macht, wie Sie mit diesem Gerät leben und arbeiten. Die Grundform des Tablet S erinnert an ein zusammengefaltetes Buch oder eine Zeitschrift und erinnert sofort an die Zeiten, in denen man veraltete und umweltschädliche Produkte aus Papier verwendete.

Aber ändert Sonys erster Zug in diesem Raum das Spiel oder bewegt er den Ball nach vorne? Oder bietet das Unternehmen einen vertrauten Einstieg in einen bereits überfüllten Raum?

Ob Sie sich für dieses Design erwärmen, ist wahrscheinlich Geschmackssache, aber ich fand die Faltung sowohl im Zweihand- als auch im Einhandmodus sowie auf einer ebenen Fläche gut. Die abgeschrägte Form erleichtert das Tippen etwas, wenn Sie das S auf einem Schreibtisch haben.

Das Tablet S, das im September zu einem Preis von 499 US-Dollar (wie das iPad 2) in die Läden kommen soll, ist das erste von zwei einzigartig gestalteten Tablets, die Sony in diesem Jahr auf den Markt bringt. Das Unternehmen wird auch ein weiteres Gerät namens Tablet P auf den Markt bringen, das später im Jahr auf den Markt kommen soll und zwei Bildschirme hat und geschlossen werden kann, ähnlich einem Klapphandy.



Sonys Ruf ist ein Unternehmen, das in der Lage ist, schöne High-End-Produkte herzustellen, die nicht immer so gut funktionieren. Das Tablet S ist keine Ausnahme.

Das Tablet S ist ein eigenständiges Gerät, das in Sachen Industriedesign viel zu bieten hat, aber auch hier gibt es einige Fehltritte, die das Gerät etwas billiger erscheinen lassen als einige der Konkurrenten.

Das Gerät verfügt über einen 9,4-Zoll-Bildschirm und wiegt 1,33 Pfund, obwohl Sony behauptet, dass es sich in Ihren Händen leichter anfühlt, da die Form die Gewichtsverteilung ermöglicht.

Ob das stimmt, ist schwer zu sagen, aber das meist aus Plastik bestehende Gerät fühlte sich in meinen Händen definitiv weniger schwer an.

Das Gerät wird von einem schnellen Prozessor angetrieben, und der Bildschirm verwendet die von Sony schmerzlich 'TruBlack' -Technologie genannte Technologie, ein Flüssigkristalldisplay, das laut dem Unternehmen einen besseren Kontrast bietet und Blendungen reduziert.

Das Gerät verfügt über zwei Kameras: einen 3-Megapixel-Shooter auf der Vorderseite und ein 5-Megapixel-Modell auf der Rückseite.

Aber das Tablet S hat Stereolautsprecher, die einen bemerkenswert blechernen, unbefriedigenden Klang erzeugen. Man könnte meinen, die Leute, die Ihnen den Walkman gebracht haben, würden sich in der Audioabteilung etwas Besseres ausdenken – aber Sie würden sich irren.

Natürlich müssen die meisten Tablets heutzutage nach ihrer Software beurteilt werden.

Bei Android-Tablets ist das nicht gerade eine Herkulesaufgabe, da fast alle kürzlich veröffentlichten Geräte extrem leichte Variationen eines Themas ausführen.

Sony ist insofern nicht anders, als das Unternehmen sich eher für leichte Optimierungen am Betriebssystem von Google als für eine umfassende Überarbeitung entschieden hat.

Für den Anfang bietet Sony eine Reihe von benutzerdefinierten Anwendungen, die darauf ausgerichtet sind, seine Stärken auszuspielen – nämlich Unterhaltung und Spiele. Ich hatte die Gelegenheit, mit einigen exklusiven Sony-Apps und -Inhalten zu spielen, wie zum Beispiel „Crash Bandicoot“, einem der Spieletitel, die direkt von der ursprünglichen PlayStation-Version portiert wurden.

Während „Crash Bandicoot“ die Grafik und den Sound der Konsolenversion originalgetreu nachbildet, ließ die Steuerung zu wünschen übrig. Es ist klar, dass das Spiel nie dazu gedacht war, über den Touchscreen gesteuert zu werden, und der Versuch, sich mit den unzähligen Bedienelementen auf dem Bildschirm auseinanderzusetzen, hat nicht viel Spaß gemacht.

Ein Tablet wie das S bietet großartige Spielerlebnisse, aber der Versuch, die Erfahrung eines Joypads mit mehreren Tasten zu replizieren, scheint ein Rezept für eine Katastrophe zu sein.

Das Tablet S erinnert mich daran, dass Google sein Tablet-Betriebssystem noch nicht ganz richtig gemacht hat. Kleine Details – wie manchmal nicht in der Lage, Text richtig auszuwählen oder das verstreute Layout von Navigationselementen – machen es neben dem iPad 2 zu einem im Allgemeinen erschütternderen Erlebnis.

Bei dem Versuch von Sony, das Erlebnis zu ändern oder zu verbessern, hat das Unternehmen es einfach unordentlicher gemacht. Ich hatte nicht das Gefühl, das Gerät in die Hand nehmen und damit arbeiten zu wollen. Ich hatte das Gefühl, dass ich es vermeiden wollte.

Sony ist ein Unternehmen, das in der Lage ist, sehr schöne und ansprechend gestaltete Hardware herzustellen, und ich würde sagen, dass dies mit dem Tablet S gelungen ist.

Aber wie in früheren Bemühungen scheint Sony auf der Softwareseite zu kämpfen, und das macht es schwieriger, dieses Gerät gegenüber anderen Tablets zu empfehlen.

Es steht außer Frage, dass Sony über die Rohstoffe und das Hardware-Know-how verfügt, um einen ernsthaften Konkurrenten im Tablet-Bereich zu liefern.

Dieser Konkurrent ist jedoch nicht das Tablet S.

Joshua Topolsky ist der Gründungs-Chefredakteur des Verge ( www.theverge.com ), eine Technologie-News-Website, die diesen Herbst ihr Debüt gab, und der ehemalige Chefredakteur von Engadget. Er ist der ansässige Tech-Experte für NBCs „Late Night With Jimmy Fallon“.